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13.April - Lesung von Dr. Gregor Ritschel

Freie Zeit – Eine politische Idee von der Antike bis zur Digitalisierung

 

Beginn: 19Uhr / kein Eintritt

 

»Das Reich der Freiheit beginnt in der That erst da, wo das Arbeiten, das durch Noth und äußere Zweckmäßigkeit bestimmt ist, aufhört« - so einst Karl Marx.
Und heute? Trotz weitgehender Automatisierung bleibt die Norm der Vollzeitarbeit
bestehen. Das Motto »Sozial ist, was Arbeit schafft« wird von fast allen politischen
Akteuren getragen. Zugleich wird die bisherige Form der  Vollzeitarbeitsgesellschaft in vielen Momenten brüchiger und ungleicher: Pflegekrise, Gender-Pay-Gap, prekäre Jobs oder unregulierte Crowdwork auf digitalen Plattformen offenbaren nur einige der vielfältigen Bruchlinien.
Mit Blick auf die politische Ideengeschichte der freien Zeit und die aktuellen Debatten um Automatisierung und Digitalisierung entwirft Gregor Ritschel ein Plädoyer für den schrittweisen Ausgang aus der bisherigen Arbeits- in eine »Multiaktivitätsgesellschaft« (André Gorz).

Er zeigt: Eine Verkürzung der Arbeitszeit kann uns eine sozialere, kreativere
und auch umweltschonendere Welt ermöglichen.


Zum Autor: Gregor Ritschel (Dr. phil.), geb. 1985, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Lehrbeauftragter der Hochschule Merseburg. Er studierte Politikwissenschaft, Ethnologie und Zeitgeschichte und lehrte Politische Theorie und Ideengeschichte an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Als Redakteur der Zeitschrift »Berliner Debatte Initial« hat er mehrere Hefte zum Themenkomplex Gesellschaft und Digitalisierung mitherausgegeben.
Wir möchten Sie herzlich einladen, zusammen mit dem Autor des Buches über die
Ressource „Zeit“ zu reflektieren, dem Zusammenhang von Lohnarbeit und Freizeit
nachzugehen und gemeinsam die Folgen technologischer Entwicklungen zu diskutieren.